Reisebericht Ecuador 7 . – 12. Juli 2018

Margalida Reus

Ich reiste über Brasilien nach Ecuador. Die Gruppe in Riobamba, einer Stadt in den Anden am Fuße des Vulkans Chimborazo, ist gewachsen : Außer Martha Bonilla, Engagée seit vielen Jahren und die für die Ärmsten der Armen lebt, ist da Magdalena Balle (Magui), Betriebswirtin (oder Volkswirtin) : nach 10 Jahren Postulat ist sie dieses Jahr das Engagement eingegangen (der internationale Rat hatte ihre Anfrage akzeptiert). Während meines Aufenthaltes haben wir ihr Engagement gefeiert. Seit einem Jahr wächst die Gruppe der neuen Postulanten ständig (siehe unten).

Die Gruppe trifft sich einmal monatlich zur Meditation, zu Austausch und Studium von Texten zum Postulat ; außerdem bauen sie gerade 2 Projekte auf:  « Bücher säen (sembrar libros) » : sammeln gebrauchter Bücher für Menschen und Gruppen, die keine haben. Und ein wöchentliches Radioprogramm zu Gewaltfreier Kommunikation.

Aufenthalt in Riobamba

  • Besuch der Casa de Caridad im Gemeinschaftsdorf Penipe :

    In diesem Haus werden Kinder und Erwachsene mit körperlicher und geistiger Behinderung aus ganz Ecuador aufgenommen die sonst nirgends unterkommen können. Generell gibt es in Ecuador viel zu wenig solcher Häuser. Casa de Caridad lebt hauptsächlich von Spenden und von einer geringfügigen staatlichen Unterstützung pro aufgenommenem Kind. Wir können sie mit Spenden unterstützen via

    Citibank SWIFT: CITIUS33, banco beneficiario Banco del Austro S.A., SWIFT: AUSTECEQ.

  • Für ein Volontariat bitte schriftlich wenden an :

    Casa de Caridad

    C/Pedro Villagomes y Monseñor Silvio Haro

    Penipe, Ecuador

 

  • Besuch in der indigenen Gemeinschaft Balda Lupaxi

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Dieser Besuch war einer der berührendsten meiner Reise. Seit einem Jahr begleiten Martha, Eulogio und Rosita eine Gruppe von Frauen in ihrem Bemühen um größere Eigenständigkeit und größeres Selbstbewusstsein. In diesem Teil Ecuadors besteht die Bevölkerung aus 70 % Indianer – die immer noch unter starker sozialer und wirtschaftlicher Diskriminierung leben – vor allem die Frauen. Die Gruppe Balda Lupaxi hat sich zusammengefunden um Wege aus dieser extremen Armut zu finden. Zusammen mit Martha, Eulogio und Rosita konnten die Frauen ihr Selbstvertrauen und das Vertrauen in ihre Fähigkeiten stärken. Ihr Mut hat mit zutiefst berührt ; trotz ihrer Schüchternheit haben sie von ihren Schwierigkeiten und Hoffnungen gesprochen. Ich habe sehr viel von ihnen gelernt – sie haben mein Herz berührt.

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Besuch bei Eulogios Eltern ; ihr ganzes Leben lang setzten sie sich ein für Erziehung und Bildung der Kinder von Indianern.

  • Konferenz in der Politechnischen Universität Chimborazo

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In dieser Universität hielt ich 2 Vorträge – vor über 1000 Studenten. Thema : « Aufbau solidarischer und gemeinschaftlicher Verbindungen gegen Gewalt ». Zustimmung und Interesse waren so groß, dass ich gebeten wurde, einen dritten Vortrag zu halten. Leider genügte dazu die Zeit nicht. Nach dem Vortrag fand ein reger Austausch mit den Studenten statt. Einige nahmen Kontakt mit der Gruppe auf um sich auch in Zukunft austauschen zu können.

  • Radiosendungen

Zwei Radiosender der Stadt Riobamba haben mich zu einem jeweils ungefähr einstündigen Gespräch eingeladen. Mit den sehr motivierten und dynamischen Sprechern war der Austausch sehr interessant.

  • Treffen mit der Arche-Gruppe Riobamba

Zum Engagement von Magui veranstalteten wir in einem schönen Park von Riobamba eine schöne Feier (Magui ist links auf dem Foto) die gefolgt war von einer indigenen Feier (l’Inti Raymi), angeleitet von Eulogio.

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Aufgrund der unterschiedlichen Arbeitszeiten war es trotz täglicher Treffen nicht möglich, die Gruppe einmal gesamt zu versammeln. Die Treffen waren aber sehr reich, und mit großem Enthusiasmus bereitet die Gruppe die Teilnahme am Generalkapitel vor.

Die Postulanten in Ecuador

  • Carmita Morocho : Mediatorin am Gericht für Ehepaare mit Gewaltproblemen. Davor arbeitete sie mit Menschen mit Behinderung und ist sehr verbunden mit der Casa de Caridad (siehe oben).
  • Ricardo Sevilla : Halbbruder von Martha. Kellner auf den Galapagosinseln. Seine Arbeitszeit besteht aus sechswöchigen ‘Schichten’ ; während der 3 Ruhewochen lebt er bei Martha und beteiligt sich an der Gruppe.
  • Maria Dolores Encalada Garzon (Lolita) : Eigentümerin und Direktorin von Radio Mundial, älteste Radiostation Riobambas. Sie stellt sie der Arche zur Verfügung für das wöchentliche Programm zu gewaltfreier Kommunikation.
  • Eulogio Quito, vom Stamm der Quetchua, anglikanischer Pfarrer. Zusammen mit seiner Frau Rosita (Arche-Freundin) und Martha Bonilla arbeitet er mit Frauen in indigenen Quetchua-Gemeinschaften (siehe oben).
  • Pedro Ucinia, homöopathischer Arzt, militant in der sozialen Revolution. Ein großer Teil seiner Behandlungen ist gratis ; und seine Frau Ana Manzano (Anita), ehemalige Lehrerin, die jetzt mit ihrem Mann arbeitet.
  • Ernestina Tamami : eine junge Familienärztin.

Eigentlich war für das Ende meines Aufenthaltes eine öffentliche, von Teilen der Stadtverwaltung veranstaltete Danksagung vorhergesehen. Leider musste ich früher abreisen, sie konnte nicht stattfinden (darob bin ich nicht sehr traurig).

Ich bin sehr glücklich über das Treffen mit der ecuadorianischen Arche-Gruppe und zutiefst beeindruckt von ihrer Arbeit im sozialen Bereich. Ich wünsche ihnen, dass die noch sehr junge Gruppe sich weiterhin festigt und ihre eigene Berufung findet.

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